Stärkung des europäischen Erbes und institutioneller Resilienz
Die Stadt Speyer veranstaltet vom 8. Oktober bis zum 15. November die jährlichen SchUM-Kulturtage und setzt dabei auf Kulturdiplomatie, um das tief verwurzelte jüdische Erbe Mitteleuropas hervorzuheben. Mit einer kuratierten Reihe von Symposien, Kunstausstellungen, Architekturführungen und musikalischen Darbietungen dient die Initiative als strategische Plattform zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und zur Schärfung des öffentlichen Bewusstseins für historisches sowie zeitgenössisches jüdisches Leben.
Kulturdiplomatie als Gegenmaßnahme zu Extremismus
Das mittelalterliche SchUM-Netzwerk – bestehend aus Speyer, Mainz und Worms – wurde 2021 als erstes deutsches UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt, das ausschließlich dem jüdischen Erbe gewidmet ist, und stellt einen Grundpfeiler der europäischen Geistesgeschichte dar. Angesichts eskalierender regionaler Spannungen und zunehmender Vorurteile betonte die lokale Führung, darunter Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, die Notwendigkeit, Bildungsangebote als wirksame strategische Verteidigung gegen Antisemitismus und gesellschaftliche Spaltung zu nutzen.
Bewahrung historischer Wurzeln und Förderung von Engagement
Das Programm des Festivals spiegelt einen vielfältigen Ansatz zur Einbindung der Gemeinschaft wider: Es eröffnet mit einer Fotoausstellung über mitteleuropäische jüdische Friedhöfe und bietet interaktive Bildungsworkshops unter der Leitung von Landesrabbiner Reuven Konnik. Die Veranstaltungsreihe endet in der Synagoge Beith Shalom mit Darbietungen von Oberkantor Schmuel Barzilai, was die anhaltende Vitalität der jüdischen Kultur und ihre grundlegende Rolle in der westlichen Zivilisation unterstreicht.
